Coworking als Treiber für Innovation von Startups sowie kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen

Heute mag keiner mehr zu verlautbaren, dass Coworking nur eine vorübergehende Erscheinung sein könnte. Coworking ist „big business“ und wird dauerhaft die Arbeitsweise tausender Startups und Unternehmen verändern.

Von denen unter uns, die sich für die Leitung eines Remote-Teams entscheiden, bis hin zu denen, die als Startup versuchen ein großes Geschäft aufzubauen und denen, die in einem großen Unternehmen arbeiten — alle kennen die durch Coworking erhoffte Flexibilität und Autonomie. Coworking hat in der vergangenen Zeit enorme Wachstumsraten vorgelegt – und wird dies auch zukünftig tun!

Explosionsartige Wachstumsraten: Bis 2022 wird es weltweit über 30.000 Anbieter von Coworking-Spaces geben

Die Zahlen sind erstaunlich, wie eine Prognose der Global Coworking Unconference Conference (GCUC) zeigt: Bis 2022 soll es weltweit knapp 30.500 Anbieter von Coworking-Spaces geben, die gemeinsam etwa 5.1 Millionen bezahlte Mitglieder beherbergen. Doch was steckt hinter den explosionsartigen Wachstumsraten? Und was bedeutet es für Startups, freischaffenden Entwickler und Programmierer sowie für Unternehmen in Deutschland?

Die Vorteile des rundum-sorglos-Pakets „Coworking“ sind vielfältig. Die Anforderungen in Puncto Flexibilität und Arbeitsplatzqualität steigen weiter, weshalb viele Arbeitgeber auf Coworking setzen. So können die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt ohne explodierende Immobilienkosten schnell und im Sinne der Mitarbeiter umgesetzt werden. Aber gerade auch für kleine, starkwachsende Unternehmen bietet diese neu dazugewonnene Flexibilität enorme Chancen – denn man muss sich nicht mehr aufwändig mit Immobilienmaklern das nächstgrößere Büro gesucht werden, die Anschrift geändert oder der Umzug organisiert werden. Man kann sich fortan auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Selbstbestimmte Mitarbeiter nutzen Coworking als kreative Drehscheibe innovativer Ideen

Auch der selbstbestimmte Wissensarbeiter fühlt sich immer häufiger der Notwendigkeit ausgesetzt, Begegnungspunkte für soziale Interaktion und gemeinschaftlicher Arbeit zu finden. Diese findet er in klassischen Bürokomplexen jedoch häufig nicht. Coworking-Spaces fungieren hier als willkommene Alternative gegenüber der beengten Bürotische im eigenen Office oder gar Coffee-Shops. Es entstehen Cluster des Austauschs und es werden ganz unbewusst Netzwerke aufgebaut. Coworking bietet erschwingliche und flexible Arbeitsplätze, die zudem noch an unterschiedlichsten Standorten zur Verfügung stehen. Die absolute Freiheit für den Arbeitnehmer oder Freelancer. Damit liefert es alle Voraussetzungen einer kreativen Drehscheibe zur Förderung innovativer Ideen sowie neuer Geschäftsmodelle.

Im Jahr 2013 zählte der deutsche Coworking-Markt etwa 230 Standorte, welche sich insbesondere in den großen zehn Städten fanden. Insbesondere Berlin ist ein Motor der Entwicklung und beherbergt heute ca. 100 Standorte. Die Anbieter grenzen sich mit unterschiedlichen Angebotsmerkmalen wie Filmstudio, Nähatelier oder Kinderhort und -betreuung oder einer speziellen Ausrichtung (gemeinsame Projektarbeit, Events) voneinander ab. Zu den Anbietern flexibler Arbeitsplätze und Mietbüros zählen u.a. betahaus, Rainmaking-Loft in Kreuzberg, House of Clouds, Impact, Hub, Mindspace, raumstation oder United urbanities. Neuerdings entstehen auch verstärkt in kleineren Universitätsstädten Coworking-Angebote wie das Cowork in Greifswald, Zeitraum in Braunschweig oder der FreiRaum Lüneburg.

Der Coworking-Riese WeWork besitzt in Deutschland derzeit elf Standorte, vorrangig in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Weitere fünf Standorte werden in den drei Großstädten und in Frankfurt eröffnet. Trotz starker Konkurrenz von lokalen Anbietern wie dem betahaus und rent24 oder Mindspace konnte WeWork damit zu einem der größten, privaten Vermieter für Büroflächen aufsteigen.

Kollaboration als zentrale Komponente des Innovationsprozesses

Die Fähigkeit, Innovationen schnell und erfolgreich umzusetzen, basiert auf einer offenen Unternehmenskultur, die Kreativität aktiv fördert und Fehler zulässt. Doch daneben gibt es noch einen weiteren wichtigen Teil des Innovationsprozesses: Denn auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Menschen (Kollaboration) mit interdisziplinären Fähigkeiten gehört ausnahmslos dazu.

Genau dieses Element liefern Coworking-Spaces. Coworking ermöglicht den Aufbau eines vielseitigen persönlichen Netzwerkes, welches für die Zusammenarbeit an vielschichtigen Problemen unerlässlich ist. Durch die Offenheit, Vernetzung und organisationsübergreifende Zusammenarbeit wird Innovation stark beschleunigt; und diese Vernetzung erfahren Mitarbeiter häufig nur an Orten außerhalb der eigenen Organisation.

Coworking sind Räume für den Aufbau einer lösungsorientierten Gemeinschaft. Nur durch die Kooperation und den offenen Umgang mit Herausforderungen, können die verschiedenen Menschen in einem Netzwerk gemeinsam disruptive Lösungen entwickeln. Der Blick über den Tellerrand und die vielfältigsten Herangehensweisen an Probleme, fördert radikales und neues Denken. Startups und Unternehmen benötigen im gleichen Maße engagierte und motivierte Menschen um sich herum, die genau diese Art der Arbeit wollen und so das Fortbestehen von Unternehmen ermöglichen. Und genau das liefert der Coworking-Space als gemeinsamer und flexibler Arbeitsraum.

Achtung, der „Echo Chamber“-Effekt: Informationen, Anregungen und Sichtweisen von nur einer Quelle können schädlich sein

Aber auch, wenn der Schritt in den Coworking-Space gemacht ist, bestehen Risiken. Denn bei Organisationen, die in nur ein Netzwerk eintauchen und nur auf dieses eine Netzwerk vertrauen, entstehen einseitige Sichtweisen. Es kann der sogenannte „Echo Chamber“-Effekt auftreten. Dieser offline wie online bestehende Effekt besagt, dass einseitige Informationsquellen – ähnlich wie dem Stammtisch in der Kneipe – einseitige Sichtweisen und Denkmuster folgen.

Um dies zu vermeiden, sollte auch hier Abwechslung geschaffen werden. Einige Unternehmen vermeiden den Effekt beispielsweise, in dem sie in und an unterschiedlichen Netzwerken und Locations arbeiten. Zur Verdeutlichung kann der Ansatz der Gründerin Araminta Sheridan von Araminta Marketing herangezogen werden. Die findige Unternehmerin verriet Entrepreneur.com, dass sie mit ihrem Team drei Tage die Woche im Büro, einen Tag in einem Coworking-Space und einen Tag im Home-Office arbeitet. So bekäme das Team das Beste aus allen Welt zu Gesicht. Zudem beuge das Team so der Routine vor. Dieser Ansatz lässt sich in Teilen bestimmt bei Dutzenden selbstbestimmten Arbeitnehmern erkennen, in dem bspw. Remote von zuhause oder aus einem Café, vom Büro aus oder von einem Coworking-Space aus gearbeitet wird. Bemerkenswert ist natürlich die Konsequenz und Stringenz beim Wechsel der Orte – und das mit dem gesamten Team. Denn häufig schlägt sich diese Arbeitsweise in einem höheren Abstimmungs- und Koordinierungsaufwand nieder.

Sichergestellt wird so hingegen der Zugriff auf verschiedenartige Netzwerke, was sicherlich zur Stärkung der innovativen Ansätze, Ideen und Geschäftsmodelle führt. Zudem können Lösung schneller einem breiteren Publikum vorgestellt werden, was zu einer höheren Erfolgsquote und Wachstumsgeschwindigkeit bei Startups führt. Netzwerke mit dem richtigen Branchenfokus heben außerdem die existierenden Mehrwerte einer Kultur des Teilens und der Zusammenarbeit und führen in der Konsequenz zu besseren Ergebnissen auf beiden Seiten. Denn klar ist: Nur Gemeinsam sind wir stark!

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